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Video "Jesus Skins""

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Skinhead und Jesus
Freitag, 08. August 2008 um 08:07

Randgruppen im Web
"Die Rache der krassen Christen"

von Steve Geyer/19.6.2001

"Gott ist im Internet", verkündigte einst Popstar Xavier Naidoo. Bei genauerem Hinsehen erscheint das wie eine Warnung: Im Netz tummeln sich immer mehr Gläubige, denen gar nichts heilig ist. Überzeugungstäter und Parodisten sind dabei kaum zu unterscheiden.

Aua: Die "Jesus Skins" gelten als Erfinder der religiösen "Oi!"-Musik

Markus und Johannes könnten die einzigen Skinheads Deutschlands sein, die am vergangenen Wochenende Besucher des evangelischen Kirchentags in Frankfurt waren. Auf jeden Fall sind sie wohl die einzigen musizierenden Glatzen, die den brutal brachialen Oi-Punk, der sonst durch Hits wie "Pöbel und Gesocks - Oi!Oi!Oi!" oder "Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen" glänzt, mit einer christlichen Botschaft verbinden.

Die Band der bibeltreuen Glatzen heißt allen Ernstes Jesus Skins und besteht seit 1997. Die fünf Hamburger sehen zwar so aus, dass ihnen der durchschnittliche Kirchentagsbesucher im Dunkeln eher nicht begegnen mag. Aber ihre Demotapes tragen inbrünstige Namen wie "Im Auftrag des Herrn", "Gospel Oi" und - in Anspielung auf die skingemäßen Springerstiefel - "Seven Boots from Heaven".

"77 heißt Grüß Gott!"

All das wäre der Welt völlig zu Recht für immer verborgen geblieben. Wenn da nicht das Internet wäre. Dort bieten auch die "Erfinder und führenden Vertreter der christlichen Oi-Musik" (so die Homepage) unter www.jesusskins.de ihre Songs als MP3s feil. Die neue Platte heißt übrigens "Oi Oi Amen". Da helfen auch keine Gebete mehr.

Manchmal gehen die Christenglatzen allerdings so weit, dass es fast nach Parodie riecht: Während unter Nazi-Skins die Abkürzung "88" für "Heil Hitler" steht (weil H der achte Buchstabe im Alphabet ist), singen die Jesus Skins: "77 heißt Grüß Gott!". Aua.

(...)

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Aktualisiert ( Donnerstag, 04. Februar 2010 um 20:49 )