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Freitag, 08. August 2008 um 08:10 |
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Nackte Skinheads saufen im Offenen Kanal TAZ vom 11.09.1997 Wieder Streit um eine Sendung im Offenen Kanal (OK): Nach der Anzeige eines Fernsehzuschauers ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Produzenten einer Sendung, die am vergangenen Samstag ausgestrahlt wurde. Das Videoband zeigt eine Gruppe von fuenf kurzgeschorenen Maennern, die sich hemmungslos mit Kraeuterschnaps betrinken.
Im Laufe der halbstuendigen Sendung werden sie zunehmend ausfallender. Sie legen zum "Schwanzvergleich" ihre auffallend kleinen Geschlechtsteile auf ein Silbertablett und pinkeln in einen Eimer. Einer der stark Angetrunkenen kotzt auf Kommando und taucht seine Hand in das Erbrochene. Die Trinker bezeichnen sich selbst als Skinheads, unterhalten sich ueber angebliche Hakenkreuztaetowierungen "am Arsch und auf der Nille" und groelen zu Skinheadmusik vom Band: "Die Kaempfer stehen schon parat fuer einen neuen Nazistaat." Der Zuschauer erstattete daher seine Anzeige nicht nur wegen Pornographie, sondern auch wegen Verbreitung rechtsradikalen Gedankenguts.
Till Reinhold, stellvertretender Leiter des Offenen Kanals, bezeichnet die Produzenten der Sendung als sogenannte Red Skins, die eher linksgerichtet seien. Nach Zuschauerprotesten hatte der OK geplante Wiederholungen der Sendung zunaechst abgesetzt. Gestern kuendigte Reinhold aber eine weitere Ausstrahlung fuer heute abend an. Man halte nach Sichtung des Bandes die Sendung zwar fuer "eklig und unaesthetisch, aber rechtlich unbedenklich". Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB), Aufsichtbehoerde des Offenen Kanals, will vor einer erneuten Ausstrahlung noch einmal eine Stellungnahme der Staatsanwaltschaft abwarten. Einen Rechtsverstoss konnte aber auch MABB-Sprecherin Susanne Grams nicht feststellen. Selbst der Jugendschutz sei gewahrt, da die Sendungen erst nach 23 Uhr ausgestrahlt wurden.
Der fuer alle offene Sender war bereits mehrfach in die Kritik geraten, da rechtsextremistische Gruppen im Radioprogramm des OK senden konnten. Matthias Tang, Sprecher der Gruenen, will trotzdem nicht am Prinzip des OK ruetteln, ohne Vorwegzensur zu senden. Statt dem Medienrat solle man aber die Senderkontrolle einem gesellschaftlich breit gefaecherten Gremium uebertragen, um so andere Diskussionsmoeglichkeiten zu schaffen. In der CDU werde der offene Zugang fuer jedermann zunehmend kritisch gesehen, so der Abgeordnete Ruediger Jakesch. Die Diskussion ueber eine Zugangsbeschraenkung, "ohne dass es nach Zensur und Kontrolle aussieht", sei jedoch nicht abgeschlossen.
Gereon Asmuth Zurück zur Übersicht
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Aktualisiert ( Donnerstag, 04. Februar 2010 um 20:48 )
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