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Der Menschenfeind 
Das war genau mein Ding, ein Spiegelbild der Gesellschaft. Jeder sagt er mag offene und ehrliche Mensch, soviel dazu. Das Stück ist eine Komödie über Moral und Machtlosigkeit, Liebe und Verrat. „Der Menschenfeind" will amüsieren, aber auch kritisieren. „Der Menschenfeind" ist vielleicht Molieres autobiographischstes Werk. Mit den Mitteln der Satire stellt er die Heuchelei in den Pariser Salons und am Königshof bloß, mit der er selbst, aus bürgerlichen Verhältnissen stammend, nie zurechtkam.(Stammt von Wick) Noch heute gehört Alceste, „Der Menschenfeind", „... zu den wenigen wirklich unsterblichen Theaterhelden.", wie der Theaterkritiker Benjamin Henrichs einmal schrieb. Und seine Aufgabe als verzweifelter Moralist ist noch lange nicht erfüllt. Das Feld seiner möglichen Angriffspunkte hat sich heute eher erweitert. Hans Magnus Enzensberger hat seine Übersetzung in einer Partygesellschaft angesiedelt und behauptet so, damals wie heute wurde geklüngelt, bestochen und gelästert und es ist offensichtlich, dass Intrige, erkauftes Recht und Heuchelei im Machtgefüge der Einflussreichen eine entscheidende Rolle spielen. Darum gehts
Alceste (Thomas Schendel) widern die gesellschaftlichen Spielchen und Machenschaften an, erhebt er doch für sich selbst den Anspruch, wahrhaftig zu sein. Lieber würde er einen anstehenden Prozess verlieren, als Kompromisse einzugehen oder den Richter zu beeinflussen. Auch im Urteil über seine Mitmenschen kennt er kein Pardon:
„Kein Mensch, der etwas auf sich hält, legt Wert auf diese öde Plastik-Welt, wo man sich als die Creme der Creme betrachtet, und wo im Grunde keiner keinen achtet.
Es gibt für ihn nur eine Ausnahme: Seine Freundin Celimene (Adisat Semenitsch), die Gastgeberin der Party, die dafür eine Fabriketage in Berlin-Mitte oder Kreuzberg gemietet hat. Er liebt sie abgöttisch, obwohl sie das Intrigenspiel genussvoll zelebriert. Wütend muss er mit ansehen, wie sie sich von den Opportunisten Acaste (Hans-Jürgen Schatz) und Clitandre (Henry Nandzik) den Hof machen lässt und sich für keinen Flirt zu schade ist. Seine wiederholten Versuche, ihr zu drohen oder sich von ihr zu trennen, sind zum Scheitern verurteilt. Zu allem Überfluss legt sich Alceste auch noch mit dem einflussreichen Oronte (Wilfried Hochholdinger) und der intriganten Arsinoe (Manon Strache) an. Das bringt ihm viel Ärger sowie eine Anzeige ein und am Ende des Abends steht er vor einem Scherbenhaufen.
„Ihr nennts Gesellschaft, ich nenns Metzgerei. Tut was Ihr wollt, mir ist es einerlei. Die Messer hoch und macht einander nieder! Ich steige aus, mich seht Ihr hier nicht wieder."
Noch einmal versucht er, Celimene die Hand zu reichen. Kann sie über ihren Schatten springen und auf ihre gesellschaftlichen Ränkereien verzichten? Lediglich sein Freund Philinte (Matthias Zahlbaum) und Eliante (Angela Schmidt-Burgk), die Cousine Celimenes, meinen es ehrlich mit ihm. Doch können sie den verzweifelt Kompromisslosen vor den Giftpfeilen der Mächtigen bewahren?
Die Partygäste
Der Menschenfeind Thomas Schendel spielt Alceste. Er war am Deutschen Theater Göttingen, den Wuppertaler Bühnen, am Bremer Theater, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Köln, am Schauspielhaus Düsseldorf, am Theater in der Josefstadt und an verschiedenen Berliner Häusern engagiert. Am Schillertheater wurde er 1987 mit dem Berliner Theaterpreis ausgezeichnet. Musicalfreunde erlebten ihn als Professor Higgins im Theater des Westens. Seit 2001 ist er Gast am Berliner Ensemble. Schendel arbeitete mit Regisseuren wie jerome Savary, Johannes Schaaf, Hans Gratzer, Peter Stein und Claus Peymann. Seit 2001 ist er selbst als Regisseur tätig. Er steht auch häufig vor der Kamera. „Bella Block"-Fans kennen ihn aus der Folge „Die Freiheit der Wölfe". Seit 1994 ist er ständiger Sänger des Andre Frank Orchesters.
Die Angebetete Adisat Semenitsch ist die mit allen Wassern gewaschene Celimene. Semenitsch spielte zuletzt in Andreas Schmidts Inszenierung „Die süßesten Früchte" in der Komödie am Kurfürstendamm. Vor kurzem gab sie in der Vagantenbühne ihr Regiedebüt mit dem Stück „Shang-A-Lang".
Die Intrigantin Manon Strache , bekannt aus Serien wie „Lindenstraße", „Girlfriends" sowie „Hotel Elfie", steht als Arsinoe auf der Bühne. Im Theater am Kurfürstendamm war sie zuletzt in „Offene Zweierbeziehung" zu sehen.
Ein Lästermaul aus besten Kreisen ist Acaste, gespielt von Hans-Jürgen Schatz. Schatz stand in über 50 Folgen der Serie Salto Postale/Kommunale vor der Kamera und war zuletzt in „Eine gute Partie" in der Komödie am Kurfürstendamm zu erleben.
Der Freund Matthias Zahlbaum spielt Philinte, den einzigen wahren Freund von Alceste. Zahlbaum war in Berlin zuletzt im Theater 89 in Oliver Bukowskis „Nach dem kuss" zu sehen.
Die treue Cousine Angela Schmidt-Burgk übernimmt die Rolle der Éliante. Besucher der Komödie am Kurfürstendamm kennen sie aus „Amphitryon" und „Das unmögliche Paar".
Der Möchtegern-Schriftsteller Wilfried Hochholdinger übernimmt die Rolle des eitlen Oronte. Hochholdinger steht häufig vor der Kamera. Heinrich Breloer engagierte ihn für „Speer und er". Im Kino war er zuletzt in Oskar Roehlers „Elementarteilchen" zu sehen. Im Maxim-Gorki-Theater stand er in „Muxmäuschenstill" auf der Bühne.
Der Opportunist Clitandrewird gespielt von Henry Nandzik, der vom Musiktheater kommt und in Berlin u. a. am Theater des Westens, in der Kleinen Revue des Friedrichstadt Palastes und der Neuköllner Oper auf der Bühne stand.
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