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Freitag, 08. August 2008 um 08:05

Skinheadanalyse auf www.niedersachsen.de

Niedersächsisches Landesamt für Verfassungsschutz, Landesämter für Verfassungsschutz Bayern, Baden-Württemberg , Rheinland-Pfalz sowie Bundesamt für Verfassungsschutz

Einleitung:

"Die Skin-Szene ist eine der wenigen attraktiven Jugendkulturen der Gegenwart für rebellische Jugendliche, eine täglich gelebte Demonstration für eigene, unkontrollierte Freiräume."

Diese bemerkenswerte, zum Nachdenken anregende Bewertung findet sich in einer Analyse des Skinhead-Experten Klaus Farin zum Thema "Skinheads als rechte Jugendkultur?"

Die Kontinuität der Skinhead-Szene als Jugend-Subkultur seit Anfang der 70er Jahre spricht dafür, daß es sich nicht mehr um ein kurzlebiges Phänomen handelt, sondern um eine verfestigte gesellschaftliche Realität.
Waren Jugend-Subkulturen früher stärker durch unterschiedliches Konsumverhalten und unterschiedliche soziale Herkunft voneinander abgegrenzt, so kann man Gewaltbereitschaft und gewalttätiges Verhalten als gemeinsames Merkmal von Jugend-Subkulturen seit den 80er Jahren feststellen . Während Konsumbegeisterung beispielsweise ein subkulturelles Merkmal der Popper-Szene darstellte, charakterisierte früher Konsumverweigerung die Punk-Szene. Heute gilt: "Nicht nur bei Skinheads und Hooligans, auch in den Hip-Hop- und Sprayer-Szenen, bei Bikern, Punks und natürlich in den Antifa-Gruppen um nur einige zu nennen, ist gewalttätiges Verhalten ein mehr oder weniger zentraler Teil des subkulturellen Stils geworden."

Staatliche Sanktionen und gewachsener öffentlicher Druck haben den Zulauf zur Skinhead-Szene und die Gewalttaten von Skinheads zurückgedrängt. Dennoch bleiben rechtsextremistische Skinheads auch 1996 mit ihrer aggressiven Fremdenfeindlichkeit, ihren Angriffen gegen soziale Minderheiten und ihren Attacken gegen politisch Andersdenkende eine Herausforderung für den demokratischen Rechtsstaat. Diese überwiegend rechtsextremistisch ausgerichtete Szene wird deshalb von den Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder weiterhin dem Neonazismus zugeordnet.

Die folgende Zusammenstellung will in komprimierter Form die vielfältigen Aspekte der Skinhead-Bewegung darstellen, ohne Anspruch auf eine wissenschaftliche Ausarbeitung zu erheben.

Ursprung der Skinhead-Bewegung:

Anfang der 70er Jahre entwickelte sich in Großbritannien die Skinhead-Szene. Steigende Arbeitslosigkeit durch zunehmende Rationalisierung in der Industrie sowie umfangreiche Sanierungsprojekte in den Arbeitergegenden und damit Wegfall der vertrauten sozialen Umwelt (wie beispielsweise der Pubs und auch der "Tante Emma-Läden") führten zur Entwicklung einer neuen Subkultur, der sich hauptsächlich arbeitslose Jugendliche zugehörig fühlten. Zunächst war die Skinhead-Szene weitgehend unpolitisch. Berührungspunkte zu Hooligans (gewalttätige Fußballfans) stammen aus den ersten Entwicklungsjahren, als der Schwerpunkt ihrer Aktivitäten noch in dem Besuch von Fußballspielen lag. Später folgten sie der massiven Kampagne der neonazistischen britischen "National Front" (NF), die durch vermehrten Ausländerzuzug die englische Unterschicht in ihrer Existenz bedroht sah.

Anfang der 80er Jahre wurde auch die Bundesrepublik Deutschland mit der Skinhead- Bewegung konfrontiert. Anders als in England war aber nicht soziale Not, sondern das Auflehnen Jugendlicher gegen vermeintliche oder tatsächliche gesellschaftliche Mißstände die Ursache für das Entstehen der deutschen Skinhead-Bewegung.

Während sich die Skinhead-Szene in Westdeutschland aus einer eher unpolitischen Subkulturbewegung entwickelte und die Politisierung offenbar noch nicht alle Skinheadgruppen erreicht hat, haben sich die Skinheads in den neuen Bundesländern schon zu DDR-Zeiten als neonazistische "Opposition" gegen den kommunistischen Apparat entwickelt. Ihr Politisierungsgrad ist demgemäß höher und die Einbindung in neonazistisches Gedankengut stärker ausgeprägt, als dies bei ihren Gesinnungsgenossen in Westdeutschland der Fall ist. Unpolitische und damit nicht rechtsextremistische Skinheads sind in den neuen Bundesländern eher die Ausnahme.

Merkmale der Skinhead-Bewegung:

Bei den Skinheads handelt es sich überwiegend um junge Menschen. Skins, die über 25 Jahre alt sind, bilden die Ausnahme. Sie kommen zu einem hohen Anteil aus schwierigen Familienverhältnissen. Nach Mißerfolgen in Schule und Ausbildung sind viele perspektivlos und vermissen die Anerkennung in ihrer ursprünglichen Umgebung.

Skinheads betätigen sich regelmäßig in regionalen, lokalen und stadtteilbezogenen, meist äußerst strukturarmen Personenzusammenschlüssen. Die Gruppierungen bestehen überwiegend aus Jugendlichen und Heranwachsenden, die mit ihrem sozialen Umfeld im Konflikt stehen, Gewaltanwendung als Konfliktlösung ansehen und das durch die Gruppeneinbindung entstehende "Wir-Bewußtsein" als ein Mittel zur Steigerung des Selbstwertgefühls empfinden. In Niedersachsen hat sich die Altersstruktur der neonazistisch orientierten Skinhead-Szene in den letzten Jahren stark geändert: 1995 lag der Anteil der Jugendlichen unter 18 Jahren bei nur noch 5 %, während zwei Jahre zuvor dieser Altersklasse noch 19 % der Skinheads zugeordnet wurden. Der Prozentsatz derjenigen, die der Altersklasse zwischen 18 und 25 Jahren zugeordnet werden, ist gegenüber 1993 mit 78 % gleichbeglieben. Allerdings sind 1995 17 % der Skinheads in der Altersklasse über 25 Jahre, während zwei Jahre zuvor diesem Bereich nur 4 % angehörten.

Zu erkennen sind die Skinheads an ihrer auffälligen, uniformähnlichen Kleidung (Bomberjacken, hochgekrempelte Jeans mit breiten Hosenträgern, Doc-Martens-Arbeitsstiefel oder Springerstiefel) und an ihren Glatzen oder ihrem millimeterkurz geschnittenen Haar. Aus Gründen der eigenen Sicherheit variieren Skinheads mitunter ihr Aussehen. So ließen sich beispielsweise nach der Tötung eines Bundeswehrsoldaten durch zwei Skins in der Silvesternacht 1990/91 in Rosdorf, Landkreis Göttingen, Skins in Göttingen die Haare wachsen, um ihre Szene-Zugehörigkeit zu verschleiern.

Ein weiteres Erkennungsmerkmal der Skinheads ist das Keltenkreuz. Mit diesem Symbol soll das gemeinsame kulturelle Erbe der "nordischen Rasse" symbolisiert werden. Da das Keltenkreuz in der Fahne der neonazistischen "Volkssozialistischen Bewegung Deutschland/Partei der Arbeit" (VSBD/PdA) verwendet wurde, die der Bundesminister des Innern 1982 verboten hatte, gilt es inzwischen als Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation im Sinne der §§ 86, 86a Strafgesetzbuch, dessen Verwendung strafbar ist.

Verschiedene Richtungen:

Innerhalb der deutschen Skinhead-Szene sind seit längerem in unterschiedlicher Stärke drei Richtungen erkennbar:

S.H.A.R.P.s

Eine Minderheit in der Skinhead-Bewegung stellen die "antifaschistischen Skins" dar, die dem linken Spektrum zuzurechnen sind. Sie nennen sich "Redskins" (Rote Glatzen) oder S.H.A.R.P.s (Skinheads Against Racial Prejudice - Skinheads gegen rassistische Vorurteile).

Anders als die ebenfalls "anitrassistischen SHARPs", verfolgen die "Red and Anarchist Skinheads" (RASH) einen "revolutionären" Ansatz. Die 1995 gegründete deutsche Sektion der RASH wirbt mit der Parole "Klassenkampf statt Rassenwahn" in der linksextremistischen Szene um Anhänger.

OI-Skins

Einen zahlenmäßig großen Anteil bilden die sog. "Oi-Skins". Der Begriff geht vermutlich auf die englische Übersetzung des Namens der nationalsozialistischen Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" (Strength through Joy) zurück. Er soll signalisieren, daß nicht politische Agitation an erster Stelle steht, sondern "Spaß". Dessen ungeachtet bezeichnen sich die "Oi-Skins" als "Patrioten" und lassen eine reservierte Haltung gegenüber Ausländern erkennen. Nach eigenen Aussagen sind sie eher rechts als links orientiert, lehnen aber rechtsextremistische Zielvorstellungen grundsätzlich ab.

White-Power-Skins

Vorherrschend in der Szene und vor allem im öffentlichen Bild sind in den letzten Jahren die rechtsextremistisch orientierten Skinheads. Die sog. White-Power-Skins, die auch "Boneheads" (Knochenköpfe) oder - von politischen Gegnern - "Fascho-Skins" genannt werden, unterhalten - zumindest auf lokaler Ebene - Kontakte zu rechtsextremistischen Organisationen. Sie sind die das Image der Skinheads prägende "rassistische Prügelfraktion".

Hammer-Skins

Zu den rechtsextremistischen Skinheads rechnen insbesondere die Hammerskins, die erstmals 1991 in Brandenburg in Erscheinung traten. Nach einem Bericht in der von Skinheads herausgegebenen Publikation (Fanzine) "Oi! Deutsches Echo" (Nr. 5, Mai 1992) wurden die Hammerskins 1986 in Dallas (Texas) von den US-amerikanischen Skinheads Wollin LANGE und Sean TARRANT als zunächst regionale Sammlungsbewegung innerhalb der Skinhead-Szene gegründet.
Die Mitglieder der Hammerskins vertreten rassistisches, in Anklängen nationalsozialistisches Gedankengut. Einige Hammerskins in den USA sollen Mitglieder des Ku-Klux-Klan sein bzw. gewesen sein. Ziel der Hammerskin-Bewegung ist es, alle weißen rechtsextremistischen Skinheads in der Welt in einer "Hammerskin Nation" zu verbinden. Das Zeichen der Hammerskins, zwei gekreuzte Zimmermannshämmer, symbolisiert nach Meinung der Hammerskins "die weiße Arbeiterklasse", die "unsere hochentwickelte Zivilisation in den Jahrhunderten auf(gebaut)" habe. ("Oi! Deutsches Echo" Nr. 5)
Die Berliner Hammerskin-Sektion vertrat in der Ausgabe 4 Ihrer Publikation "Wehrt Euch" die Auffassung, daß sich "aus dem Zusatz 'Hammer' ... der nationalsozialistische Anspruch" ab(leite)":
"Soll heißen, zu der Rasse gehören, die durch die Arbeit der Hand und des Kopfes groß geworden ist und nicht durch die Macht des Geldes oder das Ausbeuten der Arbeitskraft."

Nach Angaben eines Artikels in der Skinhead-Publikation"Deutsche Zukunft" (Ausgabe Nr. 2, etwa Herbst 1994) erschienen die ersten Hammerskins im Jahr 1991 in der Stadt Brandenburg. Zum damaligen Zeitpunkt (1994) hätten die Hammerskins in "Mitteldeutschland" etwa 100 Mitglieder besessen, wozu "im übrigen Deutschland"... viele Einzelaktivisten kämen. Gegenwärtig existieren in Deutschland nur wenige Hammerskin-Gruppen. Schwerpunkt ist der Raum Berlin-Brandenburg sowie Baden-Württemberg. Obwohl die Hammerskin-Gruppen "Sektionen" genannt werden, besitzen sie eher Cliquen- als Organisationscharakter. Insgesamt stellen die Hammerskins mehr eine ideologische, weniger eine organisatorische Bewegung innerhalb der Skinhead-Szene dar.

Die nachfolgenden Ausführungen behandeln ausschließlich den rechtsextremistischen Teil der Skinheads, der insbesondere durch seine Gewaltbereitschaft zu großer Besorgnis Anlaß gibt. Die überwiegend nur anpolitisierten Skinheads haben an einer theoretischen Auseinandersetzung mit den Grundlagen rechtsextremistischer Ideologie kaum Interesse. Ihr oberflächliches Wissen vom Nationalsozialismus beinhaltet Bruchstücke von Rassismus sowie Antisemitismus. Ihre Haltung ist von einem übersteigerten Nationalbewußtsein geprägt. Alles Fremde wird abgelehnt. Diese Einstellung läßt sich vor allem durch Skin-Publikationen belegen.

Verhältnis zur Gewalt:

Die Bereitschaft zur Gewalt ist in der Skinhead-Szene stark ausgeprägt. Die Gewalttätigkeiten von Skinheads richten sich vor allem gegen Asylbewerber, Farbige, aber auch "linksorientierte" Deutsche (im Skinjargon auch als "Zecken" bezeichnet), Homosexuelle, Prostituierte und Stadtstreicher wegen ihres "undeutschen Wesens". Für die Skins bedeutet Gewalt in erster Linie Selbstzweck, d. h. Ausdruck ihres von einem übersteigerten Männlichkeitswahn und der "Just for fun"-Mentalität ("Aus reinem Spaß") gekennzeichneten Lebensgefühls. Darüber hinaus ist die Gewalt - bei dem unzureichenden Wissen über eine nationalistische oder nationalsozialistische Weltanschauung - der maßgebende Anknüpfungspunkt an ihr historisches Vorbild, die "SA". Der "SA-Mann", der "mit Brutalität und Härte den politischen Gegner ausschaltete" dient als Ansporn und hat Vorbildcharakter.

Titelseiten einiger Skinhead-Publikationen ("Fanzines"), Plakate und Postkarten sowie Liedertexte von Skin-Bands belegen überdeutlich die gewalttätige und menschenverachtende Einstellung dieser Subkultur.

In Niedersachsen wurden 1996 bis einschließlich November 68 (1995:185) durch Skinheads verübte Straftaten registriert, bei denen eine politische Motivation zugrundegelegen haben könnte. 130 Tatverdächtige (1995: 166) wurden von der Polizei ermittelt. Bei den Deliktsarten überwiegen nach wie vor die Propagandadelikte wie z.B. das Zeigen verbotener nationalsozialistischer Symbole sowie die einfache und gefährliche Körperverletzung. Danach folgen von der Häufigkeit her die Verstöße gegen das Waffengesetz und Bedrohungstatbestände.

Eine Untersuchung der Akten von 880 antisemitischen Straftätern, die das Moses-Mendelssohn-Zentrum an der Universität Potsdam mit Unterstützung des Innenministeriums Brandenburg und des Bundeskriminalamtes6 für den Zeitraum 1993 bis 1995 durchgeführt hat, kommt u. a. zu folgenden Ergebnissen:

"Faßt man die Neonazis Skinheads und Hooligans, auf deren Konto auch die Mehrzahl der fremdenfeindlichen Anschläge in den vergangenen Jahren ging, zu einer Tätergruppe zusammen, so wurden 54 % aller antisemitischen Gewalttaten aus dieser Gruppe heraus begangen. Diese Größenordnung belegt, daß nicht nur Fremdenfeindschaft, sondern auch Antisemitismus zum Merkmal dieser gewalttätigen Subkultur gehört"

Fehlende Organisationsstrukturen:

Die Skinheadszene Niedersachsens kennt keine festen Organisationsstrukturen.
Die Skinheads eines Ortes, Stadtteils oder einer Straße treffen sich in ihren Stammkneipen, ohne daß mehr als nur ein loser Zusammenhalt erkennbar ist. Manchmal haben sich einzelne Skinheads in ihren Gruppen zu Leitfiguren entwickelt. Diese "Anführer" beeinflussen die Aktionen der Skins. Andererseits sind viele Aktivitäten vom Alkoholkonsum abhängig und erfolgen spontan.
Skinheads sind weitgehend undiszipliniert und lassen sich weder organisatorisch noch ideologisch "an die Leine nehmen". Versuche von rechtsextremistischen Organisationen, Skins in ihre Gliederungen einzubinden, scheiterten immer wieder daran, daß sie sich in keine festgefügte Ordnung pressen lassen wollten.

Der rechtsextremistischen Skinhead-Szene sind einschließlich militanter Neonazis bundesweit 6 800 (1995: 6 200) Personen zuzurechnen. In Niedersachsen sind ca. 360 Skins durch fremdenfeindliche und sonstige Aktivitäten bekannt geworden. Regionale Schwerpunkte dieser Skinheads sind die Räume Rinteln/Stadthagen, Springe/Bad Münder, Burgdorf, Northeim/Einbeck, Wolfsburg, Seesen, Goslar, Delmenhorst, Buchholz/Tostedt, Beverstedt (LK Cuxhaven) und Lüchow.

Kontakt zu anderen rechtsextremistischen Organisationen

In den primitiv-extremistischen Verhaltensweisen der Skinheads - in Verbindung mit ihrer hohen Gewaltbereitschaft - sehen insbesondere Angehörige neonazistischer Organisationen Möglichkeiten, diese Szene für die eigenen Zielvorstellungen zu gewinnen und sie in ihre politische Arbeit einzubinden.

In Niedersachsen hatte sich um den am 22. Januar 1992 aus der Bundesrepublik Deutschland ausgewiesenen österreichischen Neonazi Karl POLACEK ein fester Kontakt zwischen der am 24. Februar 1995 verbotenen neonazistischen "Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei" (FAP) und Skinheads entwickelt. Einige FAP-Aktivisten kamen aus der Skinhead-Szene.

Skinheads sind grundsätzlich nicht zu einer zielgerichteten Zusammenarbeit bereit. Mit ihrem zügellosen militanten Aktionismus wollen sie lieber gleich "reinen Tisch" machen und sich dabei von niemanden hineinreden lassen.

Kontakte zu anderen rechtsextremistischen Organisationen oder Parteien wie der "Nationaldemokratischen Partei Deutschland" (NPD) oder der "Deutschen Volksunion" (DVU) stellen deshalb eher die Ausnahme dar.

Allerdings bestehen auf lokaler Ebene Verbindungen zu verschiedenen rechtsextremistischen Organisationen. So fungierten Skinheads als Schlägertrupps bei Versammlungen, Tagungen oder Wahlveranstaltungen, um den ungestörten Ablauf zu gewährleisten. Dabei besteht ihr Hauptmotiv weniger in dem Schutz der jeweiligen Versammlungsteilnehmer als vielmehr in der körperlichen Auseinandersetzung mit politischen Gegnern.

Bewertung:

Die rechtsorientierten Skinheads legen besonders durch ihre brutalen Angriffe auf Ausländer, "Linke" und alles "Undeutsche" klare neonazistische Verhaltensmuster an den Tag. Ihre Feindbilder stimmen mit den Feindbildern der Neonazis überein, wenn auch ihre Weltanschauung nicht in gleicher Weise programmatisch-ideologisch verfestigt ist. Gewalt ist oft ihr einziges Artikulationsmittel. Skinheads handeln aus einer teils unterschwelligen, teils offen rassistischen Motivation heraus. Ihr "geistiges Rüstzeug" besteht aus Fragmenten der weitergehenden Vorstellungen des organisierten Rechtsextremismus. Der politische Standort von großen Teilen der Skinhead-Bewegung ist also im Dunstkreis rechtsextremistischer Bestrebungen anzusiedeln. Ihre Aktivitäten werden daher von den Verfassungsschutzbehörden weiterhin aufmerksam verfolgt.

Beispiele von Gesetzesverletzungen durch Skinheads in Niedersachsen:

27.01.1995 In Lüchow kam es in einer Diskothek zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Skinheads und politisch Andersdenkenden.

11.03.1995 In Langendorf kam es vor einer Diskothek zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Skinheads und politischen Gegnern. Eine Person wurde verletzt.

17.07.1995 In Seesen wurden politisch Andersdenkende von mehreren Skinheads angegriffen.

05.08.1995 In Wolfsburg schlugen sieben Skinheads auf drei Personen grundlos ein und beschimpften die Geschädigten als Juden.

24.09.1995 In Bleckede beteiligten sich 60 Personen an einer Auseinandersetzung zwischen Skinheads und Linksextremisten.

26.06.1996 In Tostedt fand anläßlich eines Jugendaustausches mit polnischen Jugendlichen eine Disco statt. Gegen Ende der Veranstaltung überfielen Skinheads das Jugendzentrum und warfen mit Bierflaschen gegen Personen und Gebäude. Ein Jugendlicher trug erhebliche Gesichtsverletzungen davon.

24.08.1996 In Gifhorn kam es anläßlich der "Chaos-Tage" zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Skinheads und Punkern.

06.09.1996 In Vienenburg gerieten türkische Jugendliche und Skinheads aneinander. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

21.09.1996 In Braunschweig bedrohten und prügelten ca. 15 Skinheads verschiedene ausländische Mitbürger auf einem Streifzug durch die Stadt.

Skinhead-Publikationen/Fanzines:

Die sog. Fanzines sind das wichtigste Kommunikationsmittel für Skinheads. Der Begriff "Fanzine" stammt aus dem Englischen und steht als Abkürzung für die Wörter "fan" und "magazine". Damit wird ausgedrückt, daß es sich bei diesen Publikationen um interne Texte von und für Anhänger dieser "Szene" handelt. Nicht alle der bundesweit etwa 80 Skinhead-Magazine sind als rechtsextremistisch zu betrachten.

Einige wie z. B. "SPASZ und FROIDE", "S.O.S.-Bote" und "RÜLPS", die vom Inhalt her kaum extremistische Anhaltspunkte erkennen ließen, zählen jedoch zur Minderheit. Andere wie "ENDSIEG", "HEIMATFRONT", "STAHLFRONT" und "WHITE POWER" lassen schon an ihrem Titel erkennen, wo sie einzuordnen sind.

Anfangs dienten die Fanzines lediglich dem Informationsaustausch über Skinheadkonzerte und -bands sowie verschiedene Veranstaltungen der jeweiligen örtlichen "Szene", beispielsweise "Festgelage" unter dem Motto "Saufen bis der Doktor kommt". Politische Inhalte wurden entweder gar nicht oder nur ganz am Rande vermittelt.

Die nachfolgenden Ausführungen befassen sich ausschließlich mit rechtsextremistisch orientierten Fanzines:

1982 sah es das im Bundesgebiet verbreitete Fanzine "Attacke", Berlin, erstmals als "heilige Pflicht" an, mit "diesem Völkischen Beobachter die kahlköpfige Bewegung mt ideologischem Gedankengut zu versorgen". Dabei forderte es die Skinheads dazu auf, für den Erhalt ihrer Rasse einzutreten. Das Fanzine, das offen seine neonazistische Einstellung erkennen ließ, verkündete in der im Sommer 1983 erschienenen dritten Ausgabe: "Das politische Bewußtsein der Skinheads reicht von rechtsextrem bis anarchistisch." Dazu gehörten aber auch viele, "die einfach nur ihren Spaß haben wollen."

In der Folgezeit warben rechtsextremistische Organisationen wie die Ende November 1992 vom Bundesminister des Innern verbotene neonazistische "Nationalistische Front" (NF) durch verstärkte Propaganda in den Fanzines um Mitgliedernachwuchs. Deshalb sahen sich einige Magazine dazu veranlaßt, in einer Stellungnahme darauf hinzuweisen, daß sie ungeachtet der Werbung für solche Vereinigungen nicht deren Kampfblätter seien. Direkte Verbindungen zwischen Fanzines und politischen Organisationen und Parteien sind bis auf eine Ausnahme bisher nicht bekanntgeworden: Der "Querschläger" wurde von der verbotenen FAP mitfinanziert.

Die rechtsextremistische Ausrichtung vieler Fanzines tritt durch die darin enthaltenen Feindbilder klar zutage: Farbige, Juden, Asylbewerber, Ausländer (insbesondere solche, die nicht aus Europa stammen) und sog. "Undeutsche" wie Prostituierte, Homosexuelle, aber auch geistig und körperlich Behinderte zählen zu den erklärten Gegnern. Diese Personengruppen stehen im Mittelpunkt einer zum Teil beispiellosen Hetze in den Magazinen, wobei u. a. Zeichnungen dazu anregen sollen, gegen das "Gesindel" vorzugehen. Einzelne Fanzines differenzieren ihre Feindbilder. So wurde in "Endsieg" - dem Zine der Nationalistischen Bewegung" neben den Juden der "amerikanische Imperialismus" als Hauptfeind bezeichnet. "Der Kampftrinker" legt seinen Schwerpunkt auf ausländerfeindliche Agitation und bedient sich dabei übelster Witze und Karikaturen. Andere Fanzines wie "Das Fadenkreuz" lehnen sich hauptsächlich an die Vorstellung des US-amerikanischen Geheimbunds "Ku-Klux-Klan" an, der wegen der "Reinhaltung der weißen Rasse" den Kampf gegen Farbige zu seinen vordringlichsten Aufgaben zählt.

Die häufig rassistische und antisemitische Tendenz in den Fanzines wird nicht zuletzt durch die Wiedergabe volksverhetzender Liedtexte von Skin-Bands sowie durch Interviews mit den Bandmitgliedern verstärkt. Kommentarlos geschilderte Ausschreitungen von Skinheads sollen zur Nachahmung anspornen. Gerade diese Gewaltkomponente, die entsprechend der szene-typischen Auffassung zur Lösung von Problemen geeignet sein soll, verleiht ihnen höchste Aufmerksamkeit der Medien, was wiederum dazu beiträgt, ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

Fanzines werden in der Regel von einzelnen Skinheads hergestellt, die schon länger dieser "Szene" angehören und deshalb auch über die notwendigen umfassenden Kontakte beispielsweise zu einschlägigen Musikgruppen oder auch zu Mitgliedern rechtsextremistischer Vereinigungen verfügen. Die Aufmachung dieser Magazine ist einfach. Am Kiosk sind sie nicht erhältlich. Die Auflagen schwanken normalerweise zwischen 50 und 200 Exemplaren pro Ausgabe, wobei einige wenige durch bundesweite Verteilung teilweise größere Auflagen erreichen. Der Stückpreis beträgt in der Regel etwa 3,00 DM. Wie oft ein Fanzine erscheint, das entweder über - auch andere "Skin-Artikel" wie T-Shirts, Buttons, Platten anbietende - Skinhead-Versandstellen oder über den Hersteller selbst bezogen werden kann, hängt vom Engagement des Herstellers und nicht zuletzt von seinen Verbindungen ab. Bestelladresse ist zumeist ein Postfach oder eine Postlagerkarte, während die Wohnanschrift des Herstellers nur selten genannt wird.

Ähnlich wie der stakkatoartige Rhythmus und die Lautstärke bei der Skin-Musik sind es in den Fanzines vorwiegend die Bilder, durch die die "Szene" zum "Handeln" veranlaßt wird. Von der immer wieder behaupteten Notwendigkeit der Reinhaltung "eigenen Blutes" überzeugt, werden die Skinheads gerade durch die gewaltverherrlichenden Darstellungen in den Magazinen zu militanten Aktionen gegen Fremde aufgeputscht.

Mit Erlebnisberichten einzelner Skins über Feste, Konzerte und Schlägereien wird auch in den "Szene"-Publikationen das Zusammengehörigkeitsgefühl dieses Personenkreises verstärkt. Leserbriefe und Reaktionen hierauf sorgen für eine gemeinsame Plattform, auf der Meinungen und Gedankengut der Skinheads ausgetauscht werden und ihr Zusammenhalt gegenüber einer sie immer stärker ausgrenzenden Öffentlichkeit gefestigt wird.

In Niedersachsen sind folgende Fanzines verbreitet worden:

Der Angriff, Uslar
Dieses Fanzine ist bisher mit sieben Ausgaben erschienen. In diesen Magazinen werden die Mitglieder von Skinhead-Bands in Interviews vorgestellt und Konzerte einschlägiger Bands beschrieben. Die politische Zielrichtung des Fanzines ergibt sich aus den Abbildungen, die zum bewaffneten Kampf gegen Ausländer und Punks aufrufen. Die Ausgaben 5 und 6 des Fanzines wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert.

Midgard, Barendorf, ab November 1993: Walküre, Berlin
Dieses Fanzine ist eine Publikation "für Skingirls in Deutschland" und wirbt für die "Skingirl Freunde Deutschland" (SFD). Die Zielrichtung der bisherigen Ausgaben lag ganz in der Tradition der "NS-Frauenschaft". Die Ausgaben wurden von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert.

Der Aufbruch, Waddeweitz, nunmehr: Meinungsfreiheit
Das Fanzine erschien erstmalig im Oktober 1994. Der inhaltliche Schwerpunkt dieser bislang einzigen Ausgabe lag in der Verunglimpfung politischer Gegner. Es wurde zum Kampf gegen Ausländer und Andersdenkende aufgerufen.
Mittlerweile dürfte Der Aufbruch durch das Fanzine "Meinungsfreiheit" abgelöst worden sein.

In enger Kooperation zwischen den zuständigen Justizbehörden, der Polizei und den Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder wurde nach mehrmonatiger Vorbereitung am 15. Juli 1993 gegen die mutmaßlichen Herausgeber und Vertreiber rechtsextremistischer Skinhead-Fanzines vorgegangen. In sechs Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein), in denen Hersteller solcher Druckerzeugnisse festgestellt worden sind, wurden Durchsuchungen veranlaßt und entsprechende Materialien beschlagnahmt.

Die Initiative zu den Durchsuchungsaktionen ging von der im Dezember 1992 gegründeten "Informationsgruppe zur Beobachtung und Bekämpfung rechtsextremistischer/-terroristischer, insbesondere fremdenfeindlicher Gewaltakte" (IGR) aus. Ihr gehören Vertreter der Justiz sowie der Polizei und Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder an. Gegenstand der Ermittlungsverfahren waren u. a. der Verdacht der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach § 90 a Strafgesetzbuch (StGB), der Verdacht der Volksverhetzung nach § 130 StGB sowie der Verdacht von Verstößen gegen das "Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften"

In Niedersachsen richtete sich die Durchsuchungsaktion gegen die Hersteller und Herausgeber der Skinhead-Fanzines "Der Angriff" und "Midgard". Die Polizei leitete gegen die Redaktionsmitglieder Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoßes gegen das Niedersächsische Pressegesetz ein. Bei der Durchsuchungsaktion wurden Exemplare der Fanzines, Flugblätter und sonstige Unterlagen aufgefunden und sichergestellt.

Das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen wurde gemäß § 153 der Strafprozeßordnung wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Die Hersteller der Publikation "Der Angriff" wurden vom Amtsgericht Northeim zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.200 DM verurteilt.

Skinhead-Seiten im Internet:

Seit den Anfängen der Skinhead-Bewegung in Deutschland steht diese in engen Verbindungen mit Skinhead-Gruppen im Ausland, vor allem in Großbritannien und den USA. Über das Internet ist die Skinhead-Szene heute weltweit vernetzt. So haben Ende 1996 deutsche Skinheads erstmalig über einen amerikanischen Provider (Serviceanbieter im Internet) eine Homepage mit Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingestellt. Diese Seite in englischer Sprache findet sich im Verzeichnis der "New Jersey Skinhead Page" und ist inzwischen über mehrere sogenannte Links (Verweise in andere Internetangeboten) weltweit abrufbar.

Die deutschen Betreiber dieser Homepage - Rechtsextremisten aus den neuen Bundesländern - greifen in aggressiver Weise die Bundesrepublik Deutschland, politische Gegner und Ausländer an:
"In Deutschland haben wir die gleichen Gegner, die man bekämpfen muß. In erster Linie attackieren uns regelmäßig ZOG (Abkürzung für "Zionist Occupied Government", deutsch etwa: zionistisch beherrschte Regierung) und Polizei. (...) Wir mögen den ganzen linken Abschaum nicht und die Scheiß Einwanderer, die unser Land überschwemmen."
Seit 1996 sind neben amerikanischen und britischen Skinhead-Seiten auch zahlreiche skandinavische Adressen im Internet zu finden, über die der Zugriff auf rechtsextremistisches Propagandamaterial leicht möglich ist. Neben Texten und Grafiken mit nationalsozialistischen Inhalten werden auch Musikstücke von Skinhead-Bands angeboten, die -teilweise sogar kostenlos - auf den heimischen Rechner geladen werden können.

Skinhead-Musik und Skinhead-Bands:

Wegbereitend für die politische Einstimmung der Skinheads sind vor allem die Skinhead-Musikgruppen, die mit ihrer Musik und ihren Texten starken Einfluß auf die Subkultur haben.

In Liedtexten werden unverhüllt Rassismus und Nationalismus propagiert; der Skinhead wird als "politischer Soldat" aufgeputscht , den "harten Kampf in diesem Rassenkrieg" zu bestehen.

Die Botschaften dieser Musikgruppen erreichen die gesamte Skinhead-Szene. Gerade Einsteiger in die Szene werden zunächst durch die Texte dieser Musik geprägt.

Ausländische Skinhead-Bands:

Zu Beginn der 80er Jahre entwickelte sich in England die sog. "Oi-Musik", die den "Way of Life" und "Fun" in der Skin-Bewegung ausdrückte. Ursprünglich waren auch hier die Vertreter der "Oi-Richtung" weitgehend unpolitisch, bis die politisch engagierten Skin-Bands, die rassistische Texte verbreiteten, den Begriff "Oi" auch für sich beanspruchten.

Skrewdriver
Die englische Skin-Band "Skrewdriver" ("Schraubenzieher") wird von den meisten "White-Power-Skins" als die herausragende "Kultband" verehrt. Gründer und Bandleader Ian STUART, für viele ein Idol, hat mit seinen Texten und seiner Musik die Entwicklung der Szene in den letzten zehn Jahren entscheidend mitgeprägt.

1977 gegründet, wurde "Skrewdriver" schnell eine der bekanntesten "White-Power"-Skinbands der Welt. Anfangs arbeitete die Band intensiv mit der nationalrevolutionären "British National Front" (NF) zusammen. Sie gehörten bis 1985 auch dem "White Noise Club" der NF an. Im "White Noise Club" sammelte die NF rassistische englische Skinbands, um ihren Einfluß auf die englische Skinszene auszudehnen. Die Bands wurden finanziell unterstützt, sog. GIGs (Auftritte) und Plattenverträge gemanagt. 1985 überwarf sich Ian STUART mit den Verantwortlichen der NF und trat aus dem "White Noise Club" aus.

Einige andere rassistische und neonazistische Bands wie "No Remorse" und "Brutal Attack" zogen nach. Ian STUART gründete nach seinem Abschied von der NF die "Blood & Honour" = "Blut-und-Ehre-Bewegung". Er gab damit rassistischen Skinbands, die mit der "NF" nichts mehr zu tun haben wollten, eine neue Heimat und schuf eine Plattform für die organisierte Verbreitung des "White-Power-Gedankens" innerhalb der Szene.

"Skrewdriver" veröffentlichte im Laufe ihrer langjährigen Existenz mehrere Langspielplatten, die sowohl musikalisch wie textlich weltweit in der Szene große Erfolge hatten. Die Texte predigen den Überlebenskampf der "weißen Rasse" gegen die Bedrohung durch Rassenvermischung, provoziert von den "zionistischen Weltverschwörern".

NO REMORSE
Die englische Band "No Remorse" (zu deutsch: keine Reue/Gnade) wird in der Szene als Europas radikalste rechte Band gefeiert. Der von ihr kreierte Satz: "One day the World will know that Adolf Hitler was right!" ging um die gesamte "Skinheadwelt". Es war eine zeitlang modern, ihn als Devise bei jeder Gelegenheit hinauszuschreien, auf T-Shirts zu drucken oder auf den Körper zu tätowieren. Er ist Bestandteil des Liedes "Bloodsucker" (Blutsauger), erschienen auf der LP "This Time The World", wo ihm noch ein kräftiges "Sieg Heil" angehängt ist.

Das Lied beschäftigt sich mit dem "Judenproblem", und der oben zitierte Satz steht damit in unmittelbarem Zusammenhang. Dies ist nur ein Beispiel aus dem Repertoire der Band. Welche politischen Vorstellungen die Band bewegen, verraten folgende Abschnitte aus einem Interview, das der Sänger von "No Remorse", Paul BURNLEY, der Szenezeitschrift "Querschläger" gab.

Woran denkt Ihr, wenn Ihr von a) SHARP; b) Adolf Hitler; c) Deutschland; d) Rassenmischung; e) Saddam Hussein hört?

NR: a) SHARP ist Abschaum, bemitleidenswerte Narren, die Politik spielen.
b) Adolf Hitler war ein großer Mann für Deutschland, Europa und die weiße Rasse.
c) Deutschland - eine Brudernation von Europa.
d) Rassenmischung die maximale Sünde (Höchstgrad der Sünde).
e) Er ist tapfer, weil er sich alleine den Juden entgegenstellt, aber persönlich ist er doch ein dreckiger Araber.

Bei einigen Gigs konnte man Euren Sänger mit Hakenkreuzarmbinde während seines Auftritts auf der Bühne sehen. Welche Verbindung besteht für Euch zwischen Skinmusik (wie Ihr sie spielt) und Nationalsozialismus?

NR: Die einzigen Nationalsozialisten, die die nationalistische Rockmusik nicht billigen, sind die Unkundigen, die in der Vergangenheit leben (die Ewiggestrigen). Rockmusik ist ein sehr wichtiges Werkzeug, um die Wahrheit und unsere Botschaft über den Nationalsozialismus zu verbreiten. Anders als die vom System anerkannte Musikszene dulden wir kein Rauschgift. Wir fordern sauberes Leben und Selbstbehauptung. Dies ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung für die oft leicht beeinflußbare Jugend.

An Deutlichkeit läßt dieses Interview keine Wünsche offen. Interessant ist die Feststellung Burnleys, Rockmusik sei ein wichtiges Werkzeug, um den Nationalsozialismus zu verbreiten. Die Existenz von "No Remorse" begründet er mit der Notwendigkeit einer nationalsozialistischen Skinhead-Band. Des weiteren wendet der Sänger sich gegen Rassenmischung, die für ihn die "maximale Sünde" darstellt, nennt Adolf Hitler einen "großen Mann" und verurteilt die "Ermordung" von Rudolf Hess durch "Agenten der britischen Regierung". Außerdem betont er die Wichtigkeit des Nationalsozialismus für die heutige Zeit und bringt diese Ideologie unmittelbar in Verbindung mit der Lösung europäischer Probleme. "No Remorse" hatte am 27.07.1991 ihren ersten Auftritt in Deutschland. Das Konzert fand in Brandenburg vor rd. 700 Skinheads statt.

Weitere einschlägige britische Skinhead-Bands sind z. B.:

- Public Enemy (Volksschädling)
- Brutal Attack
- Skullhead (Totenkopf)
- Celtic Dawn (keltische Morgendämmerung)

Andere europäische Skin-Gruppen, die in ihren Liedtexten ähnliches Gedankengut glorifizieren sind:
- Dirlewanger (Schweden)
- Legion 88 (Frankreich)
- Evil Skins (Frankreich)
- Verde Bianco Rosse (Italien)
- Peggior Amico (Italien)

Deutsche Skinhead-Bands:

Die einschlägigen deutschen Musikgruppen orientieren sich weltanschaulich wie musikalisch an ihren ausländischen, insbesondere britischen Vorbildern. Einige Bands standen bei dem Plattenvertrieb "Rock-O-Rama-Records" in Köln unter Vertrag. Eine weitere Adresse für rechtsextremistische Skinhead-Bands ist der französische Plattenproduzent "REBELLES EUROPEENS" in Brest.

Bei den deutschen Texten sind folgende Aussagen vorherrschend:

1. Die weiße Rasse, die Herrenrasse, ist zu bewahren, da sie durch Rassenvermischung, zionistische Machenschaften, Kommunismus, Kapitalismus und Gleichgültigkeit der herrschenden demokratischen Systeme akut bedroht ist.

2. Die Feinde der weißen Rasse, Kommunisten, Kapitalisten, Juden sind zu beseitigen und entsprechende Regierungsformen durch das System des "Dritten Weges", den "nationalen Sozialismus", zu ersetzen.

3. Skinheads, "arische" Jugendliche, haben die "Gefahr für ihre Rasse erkannt" und sehen sich als Kämpfer in einem bevorstehenden Rassenkrieg. Zum Teil werden Verbindungen zwischen Skins und der SA, also dem "politischen Soldaten", hergestellt. Der Kampf gegen die Feinde der Rasse und Nation tobe bereits auf der Straße.

Die abgedruckten CD-Cover der Skinheadbands Oitanasie, Arisches Blut und Reichssturm veranschaulichen beispielhaft die nationalistischen und neonazistischen Botschaften.

So wird in dem "Kanaken-Song" der Gruppe ENDSIEG in einem üblen menschenverachtenden Rassismus dazu aufgerufen, Türken in Konzentrationslager zu stecken, ihre Kinder zu töten und türkische Frauen zu schänden. (Liedtext: s. S. 23)

Die Skinhead-Band STÖRKRAFT ruft in dem Lied "Deutschland in ein paar Jahren" ganz unverhohlen zum Rassenkampf auf; dort heißt es:

"Ja eines Tages da wacht ihr alle auf, rettet die Rasse, die man einst verkauft, denn ich weiß in jedem Deutschen da steckt ein Mann, der das Verderben noch verhindern kann." (Liedtext: s. S. 30)

Weiter beschwört sie in dem Text des Liedes "Blut und Ehre" den "Kampfsinn" der Skinheads für ein ausländerfreies Deutschland, und in dem "Söldner-Lied" wird der Skinhead als "mordender faschistischer Söldner" idealisiert. (Liedtext: s. S. 26)

STÖRKRAFT ist die einflußreichste deutsche Band, die mit ihren Texten bewußt zum Kampf aufruft. Ihre Songs sind inhaltlich typisch für die derzeitige Weltanschauung deutscher Skins. Danach ist die weiße Rasse in Deutschland durch Ausländerfluten und die Einmischung fremder Völker in ihrer Existenz ernsthaft bedroht. Keiner unternehme etwas dagegen, nur die Skinheads würden die Gefahr erkennen und machten Deutschland wieder "sauber". Das Lied "Söldner" suggeriert eine enge Verbindung zwischen Skinhead, Faschismus, Rassismus und Gewalt.

Der Kopf der Skinhead-Band Störkraft, Jörg PETRITSCH, wurde im September 1993 vom Amtsgericht Mayen (Rheinland-Pfalz) wegen Volksverhetzung, Naziprogaganda und Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß der Sänger und Texter bei Auftritten das Publikum mit dem Hitlergruß oder der Parole "Sieg Heil" begrüßt hatte. Die von Petritsch verfaßten Texte, so das Gericht, würden zu Gewalt, Rassenhaß und Ausländerfeindlichkeit aufstacheln8 .

In Niedersachsen sind drei Skinhead-Musikgruppen bekannt:

- BOOTS-BROTHERS, Delmenhorst
- SACCARA, Meppen
- FROIDENSPENDER, Delmenhorst (Mädchen-Band)

Rechtsextremistische Skinhead-Bands und deren Verleger waren Ziel einer bundesweit abgestimmten Aktion der Sicherheitsbehörden, die am 3. Februar 1993 in sieben Bundesländern durchgeführt wurde. U. a. wegen des Verdachts der Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhaß und Gewaltverherrlichung durchsuchte die Polizei Wohnungen, Übungs- und Geschäftsräume von zehn Bands sowie zwei Musikverlage, die Tonträger mit Skinhead-Musik vertreiben. Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial wie Tonträger, Video-Aufzeichnungen von Konzerten, Bestellkataloge und Geschäftsunterlagen sichergestellt.

Waffen und Munition stellte die Polizei bei Mitgliedern von Bands in Bottrop und Gütersloh sicher. Einer der Schwerpunkte war die Durchsuchung von drei Objekten des Plattenvertriebs "Rock-O-Rama" in Köln und Brühl, der Tonträger von Skinhead-Bands im In- und Ausland vertreibt.

Die Aktion war von der "Informationsgruppe zur Beobachtung und Bekämpfung rechtsextremistischer/-terroristischer, insbesondere fremdenfeindlicher Gewaltakte" (IGR) initiiert und abgestimmt worden. Ergänzend zu den Erkenntnissen der Polizei hatte der Verfassungsschutz umfangreiche Beweismittel zur Verfügung gestellt, (z. B. Textauswertungen, Publikationen, Video-Aufzeichnungen, Personaldaten).

Die Aktion richtete sich gegen folgende Bands: Macht und Ehre, Landser (Berlin); Commando Pernod, Oi Dramz (Hamburg); Stuka, Werwolf (Bottrop, Gütersloh); Störkraft (Andernach); Bomber, Kroizfoier (Meerane, Lobstädt/Sachsen); Durchsuchungen in Erlangen und Nürnberg standen in engem Zusammenhang mit der Band Radikahl. Neben dem Kölner Plattenvertrieb wurde auch der Vertrieb Nordland-Video im niedersächsischen Beckedorf durchsucht, ein Ermittlungsverfahren dann allerdings nach § 153 der Strafprozeßordnung wegen Geringfügigkeit eingestellt.

Skinhead-Konzerte:

Trotz zahlreicher Verbote kamen Skinheads weiterhin zu mehreren Konzerten mit ihren Bands zusammen. Diese Treffen entwickeln sich offenkundig immer mehr zu einer Art "Kontaktbörse" zwischen Skinheads und Neonazis verschiedener verbotener neonazistischer Organisationen. So wurden ehemalige Mitglieder der verbotenen FAP und der Wiking-Jugend bei diesen Veranstaltungen festgestellt. Eine führende Rolle spielt inzwischen bundesweit der Northeimer Skinhead und ehemalige FAP-Landesvorsitzende Thorsten HEISE. Durch den Einsatz moderner Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone und Funkgeräte schafft er es, unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit über die Grenzen Deutschlands hinaus für solche Konzerte zu mobilisieren. Höhepunkt seiner Aktivitäten war eine geplante Konzertveranstaltung am 21. Oktober 1995 in Adelebsen, zu der rund 1 000 Personen aus Deutschland und dem Ausland zusammengekommen waren. Sie trafen sich, nachdem das Treffen in einer Gaststätte in Adelebsen von der zuständigen Behörde verboten worden war, auf einem ehemaligen Fabrikgelände in Northeim, auf dem Heise eine Wohnung gemietet hat. Zum Auftritt der rechtsextremistischen Skinhead-Musikgruppen "Kraftschlag", "Swastika" (Schweden), "Brutal Attack" und "No Remorse" (Großbritannien) kam es infolge technischer Probleme allerdings nicht. 400 Skinheads entfachten gegen Mitternacht ein Feuer auf dem Gelände. Die zum Schutz der angerückten Feuerwehr eingesetzten Polizeikräfte wurden aus einer Gruppe von 150 Personen heraus mit Flaschen, Steinen und Kanthölzern beworfen. Die Polizei nahm 65 Skinheads vorläufig fest. Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet.Nach der Inhaftierung HEISEs wegen anderer Straftaten wurden im Raum Northeim keine Skinkonzerte mehr durchgeführt.

Mit 68 Veranstaltungen hat sich die Zahl der Skinhead-Konzerte in der Bundesrepublik 1996 gegenüber 1995 (35) fast verdoppelt. 24 Konzerte fanden in Sachsen statt. Wegen der hohen Anzahl von Skinheads hat sich dort ein regionaler Schwerpunkt für solche Konzerte entwickelt. In Niedersachsen fanden 1996 lediglich zwei Konzerte in Sulingen und Ebstorf (LK Uelzen) statt.

Rechtsextremisten wie HEISE benutzen Skinhead-Konzerte als Vehikel für die Sammlung und Neuformierung der durch Vereinsverbote beeinträchtigten rechtsextremistischen Szene.

Zur "Wandlung" einer Skinhead-Band:

Die "Böhsen Onkelz" (Frankfurt) verkörperten Mitte der 80er Jahre die erste deutsche "Kultband". Mit Songs wie "Stolz", "Vereint", "Deutschland" oder "Fußball und Gewalt" prägten sie wie keine andere Band das Selbstbewußtsein der Skins. In ihren Liedern betonten sie das "Nationalbewußtsein" und den "Stolz auf das Vaterland". 1988 distanzierte sich die Band von ihren rechtsradikalen und gewaltverherrlichenden "Jugendsünden". Die "Böhsen Onkelz" wurden von Teilen der rechtsextremistischen Skinheadszene deswegen als "linke Schweine" bezeichnet, weil sie ihre "Wandlung" mit dem zunehmenden "Rechtsruck" innerhalb der Skinheadszene begründet hatten.

Als beispielhaft wird eine Anzeige der "Böhsen Onkelz" nachstehend dokumentiert, die im März 1993 erschien.

Nie mehr "Türken raus!"
Wir wissen, daß unsere Wandlung in der Öffentlichkeit auf Skepsis und Mißtrauen stößt. Aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt und hoffen auf eine faire Chance.
Die neuen böhse onkelz sind gegen
- Rechten Terror
- Rassismus
- Gewalt gegen Ausländer
- Intoleranz
Nazis, Faschisten, Ausländerhasser,Rassisten - bei uns seid ihr falsch!
Die Onkelz

Liedertexte und strafrechtliche Würdigung:

Nachfolgend werden mehrere Liedertexte abgedruckt, einige davon mit strafrechtlicher Würdigung versehen.

Das Singen solcher Liedertexte bzw. das Verbreiten und Vertreiben von Platten oder Cassetten mit solchen Liedern ist strafbar. Zum besseren Verständnis sind hierüber die einschlägigen Paragraphen des Strafgesetzbuches sowie in drei Fällen eine strafrechtliche Bewertung der Liedertexte abgedruckt.

Auszug aus dem Strafgesetzbuch (StGB):
§ 86a Verwendung von Kennzeichen verfassungwidriger Organisationen (1) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes Kennzeichen einer der in § 86 Abs. 1 Nr. 1, 2 und 4 bezeichneten Parteien und Vereinigungen verbreitet oder öffentlich in einer Versammlung oder in von ihm verbreiteten Schriften (§ 11 Abs. 3) verwendet oder
2. Gegenstände, die derartige Kennzeichen darstellen oder enthalten, zur Verbreitung oder Verwendung in der in Nummer 1 bezeichneten Art und Weise herstellt, vorrätig hält oder in den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes einführt.

(2) Kennzeichen im Sinne des Absatzes 1 sind namentlich Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen.

§ 130
Volksverhetzung
Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er
1. zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt,
2. zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
3. sie beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

§ 131
Gewaltdarstellung; Aufstachelung zum Rassenhaß
(1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3), die zum Rassenhaß aufstacheln oder die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer der Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,
1. verbreitet,
2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder
3. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, in den räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes einzuführen oder daraus auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummer 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk verbreitet.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient.

Liedertexte:

Hakenkreuz

Hängt dem Adolf Hitler, hängt dem Adolf Hitler,
hängt dem Adolf Hitler den Nobelpreis um!
Hißt die rote Fahne, hißt die rote Fahne,
hißt die rote Fahne mit dem Hakenkreuz!
Jahahaha
Schon als kleiner Junge, da war es mir klar,
daß dieses Symbol leitend für mich war.
Und heut', da stehe ich noch voll dazu,
es gibt nur eines, und das bist du.
Wie es auf alten deutschen Fahnen,
so führt es mich auf rechte Bahnen:
Für mich gilt es auch noch heut':
Rasse, Stolz und Hakenkreuz!
Ref.: Hakenkreuz, Hakenkreuz ...
Überall kannst du es bei mir sehen.
Wer nicht so ist, der kann das nicht verstehen.
Es gibt kein anderes Zeichen, das mir so gefällt.
Erhalten soll es bleiben der ganzen Welt.
Ref.: Hakenkreuz ...
Schon als kleiner ...
Ref.: Hakenkreuz ...
Rache für Hess, Rache für Hess, Rache für Hess!
(RADIKAHL-Demo "Retter Deutschlands" 1991)

Bewertung:

Die Hakenkreuzfahne, das Symbol des Nationalsozialismus, ist ein Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation, von deren Verwendung im § 86a StGB die Rede ist. Eine solche Verwendung kann auch durch Tonträger, wie Platten und Cassetten erfolgen, wenn hierauf NS-Symbole verherrlicht werden.
Die Hakenkreuzfahnen kommen im Liedtext wiederholt vor.
Soweit das Lied im Rahmen von Veranstaltungen vorgetragen wird, machen sich Sänger bzw. Band wegen des "öffentlichen Verwendens" solcher Kennzeichen (§ 86a Abs. 1 Nr. 1 StGB) strafbar. Ebenfalls strafbar machen sich der Produzent und Verleger von Platten oder Cassetten mit solchen Liedertexten, denn sie stellen mit der Produktion der Tonträger Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation her bzw. verbreiten solche Kennzeichen.

Sympathisanten

Muselmann, oh Muselmann, du Haufen Scheiße,
schau dich mal an.
Du bist nur ein Schwein, das nach Knoblauch stinkt.
Wieviel Deutsche hast du schon abgelinkt?
Ref.: Sympathisanten, ihr begeht Verrat.
Sympathisanten, doch ich stehe parat.
Kanakensau, Kanakensau, dich liebt so manche
deutsche Frau.
Doch von Kanaken-Huren wollen wir nichts wissen.
Die sollen sich gleich mit euch verpissen.
Ref.: Sympathisanten ...
Das Türkenschwein, das Türkenschwein, das will
in die EG hinein.
Doch das passiert auf keinen Fall, denn wir brauchen
keinen Schweinestall.
Ref.: Sympathisanten ...
(VOLKSZORN - Demotape '90 "Blut und Ehre" -)

Bewertung:

Das Lied "Sympathisanten" vergleicht Moslems mit einem "Haufen Scheiße", tituliert sie als "Schweine", als "Kanaken-Sau" und als "Türken-Schweine". Deutsche Frauen, die Beziehungen zu einer "Kanaken-Sau" haben, werden als "Kanaken-Huren" bezeichnet.
Verfasser und Vortragende solcher Liedtexte machen sich daher der Volksverhetzung nach § 130 StGB strafbar.
Wer Bevölkerungsteile, hier die in Deutschland lebenden Türken, einem "Haufen Scheiße" gleichstellt, stellt die Angehörigen dieses Teils der Bevölkerung als "unterwertig" dar und bestreitet ihnen das Lebensrecht in der Gemeinschaft.
Derartige Äußerungen sind geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören, denn dafür genügt eine Gefährdung des Vertrauens in die Rechtssicherheit oder die Aufheizung des psychischen Klimas.
Durch diese Äußerungen wird zum Haß aufgestachelt (§ 130 Nr. 1 StGB), weil beim Hörer nicht nur Ablehnung und Verachtung erzeugt oder gesteigert werden soll. Der objektive Sinngehalt liegt vielmehr darin, Haß im Sinne von Feindschaft zu erzeugen.

Kanaken

Ich steh auf der Straße,
hab meine Augen auf.
Ich warte auf 'nen Türken,
und dem hau ich eine drauf,
und wenn ich einmal dran bin,
dann tret ich auch noch 'rein,
ist ja nur ein Türke,
ein altes Kümmelschwein.
Ref.: Türke, Türke, was hast Du getan?
Türke, Türke, warum machen Du mich an?
Türke, Türke, was hast Du getan?
Türke, Türke, warum machen Du mich an?
Sie fressen ständig Knoblauch
und stinken wie 'ne Sau.
Sie kommen hier nach Deutschland
und leben hier für lau.
Sie bauen hier nur Scheiße
und machen hier nur Dreck.
Man muß sie einfach töten,
alles andere hat keinen Zweck.
Ref.: Türke, Türke, ...
Steckt sie in den Kerker
oder steckt sie in KZ,
von mir aus in die Wüste,
aber schickt sie endlich weg.
Tötet ihre Kinder, schändet ihre Frauen,
vernichtet ihre Rasse,
und so werdet Ihr sie grauen.
Ref.: Türke, Türke, ...
Hast Du 'ne große Eiche
in Deinem Garten stehn,
dann will ich einen Türken
daran hängen sehn.
Hast Du in Deinem Keller
'ne große Folterbank;
dann schnapp Dir einen Türken
und mach ihn wieder schlank.
Ref.: Türke, Türke, ...
Siehst Du einen Türken
in einer Straßenbahn;
schaut er Dich irgendwie
provozierend an,
dann stehst Du einfach auf
und haust ihm eine rein,
Du ziehst Dein Messer
und stichst siebzehnmal hinein.
Ref.: Türke, Türke, ...
Sitzt Du mal im Kino
und kannst so viel nicht sehn
, dann wird wohl n'en Türke
vor Deinen Augen stehn.
Du packst ihn an den Haaren
und verprügelst ihn
schmeißt ihn auf die Straße,
denn dort gehört er hin.
Ref.: Türke, Türke, ...
Triffst Du man 'nen Türken
mit einer deutschen Frau,
dann ist das Rassenschande,
und das weißt Du ganz genau.
Drum wartest Du auf ihn
an irgendeiner Ecke,
schneid ihm seinen Schwanz ab,
auf daß er dran verrecke.
Ref.: Türke, Türke, ...
Denke so wie ich,
könnt Ihr es nicht verstehn,
könnt Ihr es nicht ertragen,
tausend Türken hier zu sehn.
Dann macht doch endlich Schluß,
Ihr seid doch wohl genug,
macht es so wie damals
und steckt sie in den Zug.
Ref.: Türke, Türke, ...

(phonetisch)
El Schickischa Moneten, Kanake ole',
El schickisch ali leck, el scheckisch,
schau doch scheck rabarba makapu,
Kanake nur bist Du.
Kanake malachei,
geh zurück in die Türkei.
Ref.: Türke, Türke, ...

(Demotape)

Bewertung:

Das Lied "Kanaken" der Gruppe "STANDARTE", das zunächst der Gruppe "ENDSIEG" zugeordnet wurde, erfüllt durchgängig den Straftatbestand der Volksverhetzung (§ 130 StGB).
Der Text bezieht sich auf die in Deutschland lebenden Türken und tritt deren Menschenwürde im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen. Er spricht den türkischen Mitbürgern ein Lebensrecht in Deutschland ab und ist eindeutig geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Mit dem Text wird über eine bloße Ablehnung oder Verachtung türkischer Mitbürger hinaus in aggressiver Form Feindschaft gegenüber diesem Personenkreis geschürt. Es wird offen zur Gewaltanwendung und zu Willkürmaßnahmen bis hin zum Mord (Verse 2, 3, 5 und wohl auch 8) aufgefordert.
Die siebente Strophe ist ferner als strafbare Gewaltverherrlichung (§ 131 StGB) zu werten. In dieser Strophe werden grausame und unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Ausländer verherrlicht und die Menschenwürde unserer türkischen Mitbürger in verabscheuenswürdiger Weise verletzt.
Je nach Art der Publikation dieses Textes machen sich Band und Plattenverleger wegen des Verbreitens (§ 131 Abs. 1 Nr. 1 StGB) oder des öffentlichen Vorführens (§ 131 Abs. 1 Nr. 2 StGB) deshalb wegen Gewaltverherrlichung strafbar.

BLUT und EHRE

Der Kampfessinn in uns ist noch nicht gestorben.
Und bald haben wir auch dein Herz erworben.
Ein Herz, das für dein Vaterland schlägt.
und ein Herz, daß zu seinem Volke steht.
Einst hatten wir ein großes Reich,
doch ist es langsam ausgebleicht.
Wachet auf und laßt es nicht zu,
daß dein Land zerstückelt wird immerzu.
Ref: Treu, vereint und Hand in Hand,
kämpfen wir für das Vaterland.
Wut, Stolz in jedem Mann,
Blut und Ehre für dein Vaterland.
Es brennt wie ein Feuer in deinem Leib.
Und auch du vermißt die Vergangenheit.
Erinnere dich, wie es einmal war,
die vereinte Nation war doch wunderbar.
Doch jetzt rollt ihr Fremden noch den Teppich aus,
gebt ihnen Arbeit, Brot und Haus.
Nur eins das habt ihr wohl übersehen,
deutsche Bürger, die auf der Straße stehen.
Ref.: Treu ..
Wir werden die Tränen unserer Ahnen rächen
und werden vereint die letzte Flut entbrechen.
Überall seh' ich Ausländermassen,
das kann nicht Deutschland sein, nein,
das kann ich nicht fassen.
Darum Kameraden, laßt es nicht zu,
ignoriert uns nicht, sondern hört uns einmal zu:
Nimm deine Frau und nimmt dein Kind
und laßt sie so sein, wie sie geboren sind.
Ref.: Treu ...

(STÖRKRAFT - LP "Dreckig, kahl und hundsgemein")

SÖLDNER

Er ist ein Söldner und Faschist.
Er ist ein Mörder und Sadist.
Er hat keine Freunde, er liebt nur sich.
Ein Menschenleben interessiert ihn nicht.
Er hat keine Sinne und keinen Verstand.
Er hat keine Herkunft, man hat ihn verbannt.
Ref.: Oh, oh ... er ist Söldner ...
Er ist ein Skinhead und Faschist.
Er hat 'ne Glatze und ist Rassist.
Moral und Herz besitzt er nicht.
Haß und Gewalt zeichnen sein Gesicht.
Er liebt den Krieg, und liebt die Gewalt.
Und bist du sein Feind, dann mach ich dich kalt.
Ref.: Oh, oh ... er ist Söldner ...

(STÖRKRAFT - LP "Mann für Mann")

Der Kampf

Die Neunziger sind angebrochen, wieder wurde uns Heil (viel?) versprochen.
Doch wir können davon nichts sehen.
Opposition wird niedergeschlagen, von Widerstand darf man sichts sagen.
doch der Kampf wird weitergehen.
Ref.: Der Kampf muß weitergehen.
Wer sich gegen dieses Unrecht wehrt, wird sofort eingesperrt.
denn die Juden haben alles in ihrer Hand.
doch wir wissen, wir werden siegen, denn sie können uns nicht unterkriegen.
Und darum sollen wir raus, raus aus unserem eigenen Land.
Ref.: Der Kampf ...
Es ist Zeit, die Leute zu belehren, gemeinsam müssen wir uns wehren,
gegen die Kommis (Kommunisten, d. Verf.), den Kanaken und den Kapitalist.
Die Leute müssen sich erheben, im ganzen Volk muß sich was regen,
denn jeder muß stolz sein, daß er ein Deutscher ist.

(TONSTÖRUNG - Demotape "Deutsche Musik" - 1992)

Deutschland erwache

Das Feuer, das entflammte, wird sich wieder entzünden,
das Gute wird sich gegen das Böse verbünden,
an der Front kämpfen wir, Mann für Mann,
für die Revolution, bis die neue Zeit bricht an.
Der Kampf wird hart sein, bis Deutschland wird leben.
doch lieber stehend sterben, als auf den Knien zu leben.
Ref.: Heil dem Führer. Heil dem Volk.
Heil dem Reich, auf in den Krieg.
Heil dem Führer. Heil dem Volk.
Heil dem Reich. Heil dem Sieg.
Deutschland erwache. Deutschland erwache jetzt.
Die Sonne wird aufgehen nach der langen Nacht,
es wird nicht lange dauern, bis das ganze Volk aufwacht.
Deutsche, wehrt Euch, Ihr müßt zusammenstehen,
denn Zion ist verschlagen, denn er will über Euch stehen.
Ref.: Heil ...
Der Sieg wird unser sein nach der Schlacht,
in der neuen Ordnung hat das Volk die Macht,
unsere Fahne wird wehen,
über allen Straßen wird man sie sehen,
unlöschbar wird das Feuer weiterglühen,
Deutschland wird für immer aufblühen.

(TONSTÖRUNG - Demotape "Deutsche Musik" - 1992)

Mein Land

Schalte ich den Fernseh' ein, seh ich in der Tagesschau:
Chaoten und Asylanten und Schwarzarbeit auf dem Bau.
Die Bullen lassen sich niederschießen, und die Grünen stehen voll darauf.
Der Staat läßt diese Linken walten, und wir Skinheads kriegen einen drauf.
Dennoch sage ich mir, es ist noch nicht zu spät, und ich glaube noch immer daran,
daß man trotz der ganzen Lügen Deutschland noch retten kann.
Ref.: Deutschland, du bist unser Land.
Wir sind stolz darauf,
wir werden immer zu dir halten,
du hast unser Wort darauf.
Unsere Zeichen und Ideale läßt dieser Staat nicht zu.
Auch bei Schwarzarbeit und Umweltskandalen spielt er blinde Kuh'.
Es heißt, unser Staat sei demokratisch, und jeder hätte frei zu sein.
Doch denkt man ihm zu national, buchtet er einen ein.
Dennoch sage ich mir, es ist noch nicht zu spät, und ich glaube noch imer daran,
daß man trotz der ganzen Lügen Deutschland noch retten kann.
Ref.: Deutschland ...

(NOIE WERTE - LP "Kraft für Deutschland" - 1992)

Unsere Texte sind deutsch
Die deutsche Jugend bekommt ihr altes Gesicht;
Stolz und zäh, doch ihr mögt uns nicht.
Wir sind nicht diese Speichelpenner,
gegen Kanaken und keine Renner.
Ref.: Kurze Haare, radikal
sozialistisch, national.
(2 x)
Bimbomusik und Discoklänge, kotzt uns alles an.
Es ist doch klar, daß echten Deutschen so ein Dreck nicht gefallen kann.
Unsere Texte sind deutsch, der Rhythmus ist schnell,
das ist Musik, die uns gefällt.
Der ganze Umerziehungsdreck beeinflußt uns nicht.
Manche glauben diese Scheiße, doch wir tun es nicht.
Ref.: Kurze ...

(NOIE WERTE - LP "Kraft für Deutschland")

Straßenrandale
Wenn wir durch die Straßen ziehen und schreien die Parolen,
saufen uns die Birne zu, haben keine Kohlen,
jeder von uns kurzrasiert, Doc Martens, Bomber-Jacke,
kommen an dem Haus vorbei, drin wohnen Kanaken,
jetzt fangen wir zu stürmen an, denn wir sind Deutschlands Heer,
ein tiefer Schrei ertönt aus dem Kehlenmeer:
Ref.:
Straßenrandale, Straßenrandale, wir besiegen unsere Feinde,
Straßenrandale, Straßenrandale, Skinheads sind die Macht,
Straßenrandale, Straßenrandale, wir schlagen sie in die Flucht,
Straßenrandale, Straßenrandale, Stiefelträger sind die Macht.

Endlich ist die Schlacht vorbei, die Feinde liegen am Boden.
Einer, der bewergt sich noch, der kriegt was in die Hoden,
danach wird das Haus zerstört, ...(?) Bullen (?) ...(?) Krieg (?).

In der nächsten Kneipe feiern wir dann unseren Sieg,
...(), die können uns nicht stören,
und draußen auf der Straße,
kann man uns gröhlen hören:
Ref,; Straßenrandale ...

(SPERRZONE - LP "Warum?" - 1992)

Deutschland in ein paar Jahren
Früh' in der Bildung, da fing es schon an:
Ein Land voller Dreck, genannt Deutschland.
Sie nahmen dir den Stolz, verhöhnten das Land.
Doch das hast du damals noch nicht erkannt.
Ref.: In ein paar Jahren haben wir keine Rechte mehr
Unsere Gefühle existieren nicht mehr.
Doch wir sind geboren in Deutschland.
Wir kämpfen für das deutsche Vaterland.
Überall, wohin du siehst, siehst du wie dein Land überfließt.
Fremde Völker mischen sich ein und behaupten auch noch, deutsch zu sein.
Ref.: In ein paar Jahren ...
Ja, eines Tages, da wacht ihr alle auf.
Rettet die Rasse, die man einst verkauft.

Ich weiß, in jedem Deutschen, da steckt ein Mann,
der das Verderben noch verhindern kann.
Ref.: In ein paar Jahren ...
... doch wir sind zum Kampf bereit!

(STÖRKRAFT - LP "Mann für Mann")

Der Helden Fanfare
Hebt stolz die deutsche Fahne empor,
unter ihr wollen wir marschieren,
wir haben uns dem Kampf ums Reich verschworen,
und wir dürfen ihn niemals verlieren.
Ref.: Wir sind das Feuer und der heilige Brand, wir lodern ...(?),
wir haben das Ziel ... (?)
wir singen (?) der Helden Fanfare.
Denkt an die Toten in vergangener Zeit,
auch sie schritten unter den Fahnen.
Es darf nicht umsonst sein, ihr Sterben und Leid,
Ihr Opfer soll ewig uns mahnen.
Ref.: Und wenn sich welche gegen uns stellen,
soll Haß und ... (?) uns tragen.
Das heilige Feuer in uns brennen,
denn wir singen (?) der Ehre Fanfare.
Und stehen wir im Kampfe auch allein,
soll unser Glaube zum Sieg führen.
Wir werden das heilige Reich befreien,
unser Sieg wird die Verräter zermürben.
Ref.: Deutschland ersteht aus dunkler Nacht,
durch Ehre, Treue und Taten.
Das Reich, es ... (?) voller Schönheit und Pracht,
wir singen der Ehre Fanfare.

(TONSTÖRUNG - Demotape "Deutsche Musik" - 1992)

Wehrt Euch
Als Deutscher kann man nicht mehr ohne Angst,
durch die Straßen seiner Städte geh'n
Türken, Zuhälter und Gesocks,
prohlen dich an ohne Grund.
Deine Landsleute schau'n dabei nur zu,
wie du langsam aus deinem Land vertrieben wirst.
Die Linken wollen's nicht begreifen,
daß es bald zu spät ist.
Ref.: Wehrt euch! Ihr habt Kraft.
Wehrt euch! Wir haben die Macht.
Wehrt euch! Bevor die Chance vergeht.
Wehrt euch! Sonst ist es zu spät.
Die Kapitalisten nennen sie "Brüder" aus dem Osten,
doch sie leben nur auf ihre Kosten.
Sie nutzen sie aus, wo es geht,
weil kein Gesetz dagegen steht.
Ref.: Wehrt euch! ...
Überall kämpfen Skinheads allein,
doch das muß wirklich nicht sein.
Vereinigt euch und stellt euch gegen die Brut,
ihr werdet siegen durch eure Wut.
Ref.: Wehrt euch! ...

(TONSTÖRUNG - Demotape "Deutsche Musik" - 1992)

Zusammenfassende Bewertung und Maßnahmen

Die Skinheads haben sich in der Bundesrepublik Deutschland aus einer Szene der Jugendsubkultur, die - wie in Großbritannien - die "bürgerliche Gesellschaft" radikal ablehnte, zunehmend zu einer Jugendbewegung entwickelt, deren "politische Weltanschauung" in den Grundzügen rechtsextremistisch geprägt ist. Sie stellen ein beachtliches rechtsextremistisches Potential.

Zu den Übereinstimmungen mit dem organisierten Rechtsextremismus gehören insbesondere ein rassistisch begründeter Ausländer- und Fremdenhaß sowie ein aggressiv übersteigertes Nationalbewußtsein.
Die rechtsorientierten Skinheads legen besonders durch ihre brutalen Angriffe auf Ausländer, "Linke" und alles "Undeutsche" klare neonazistische Verhaltensmuster an den Tag. Ihre Feindbilder stimmen mit den Feindbildern der Neonazis überein, wenn auch ihre Weltanschauung nicht in gleicher Weise programmatisch-ideologisch gefestigt ist. Gewalt ist oft ihr einziges Artikulationsmittel. Skinheads handeln aus einer teils unterschwelligen, teils offenen rassistischen Motivation heraus, die einhergeht mit einem aggressiv übersteigerten Nationalbewußtsein. Ihr "geistiges Rüstzeug" besteht aus Fragmenten der weitergehenden Vorstellung des organisierten Rechtsextremismus. Der politische Standort von großen Teilen der Skinhead-Bewegung ist also im Dunstkreis rechtsextremistischer Bestrebungen anzusiedeln.

Zur "Politisierung" und zur Einbindung großer Teile der Skinhead-Szene in neonazistisches Gedankengut haben ganz wesentlich Fanzines und bestimmte Skinhead-Bands beigetragen, deren Liedertexte unverhüllt Rassismus, Ausländerhaß, Antisemitismus und Gewalt gegen Andersdenkende propagieren. Teile der Skinhead-Bewegung haben in den vergangenen Jahren Fragmente rechtsextremistischer Ideologie in die Jugendszene eingebracht und mit verschiedenen modischen Attributen (Kleidung, Musik, Magazine, Sprache) angereichert. Erstmals unternimmt damit ein subkulturell verwurzelter Rechtsextremismus den Versuch, durch Outfit und Umfeld attraktiv für viele Jugendliche zu werden. Das unterscheidet die rechtsextremistischen Skinheads von den bisherigen Angeboten des organisierten Rechtsextremismus.

Zusammenfassend läßt sich gegenwärtig feststellen, daß die rechtsextremistisch ausgerichteten Teile der Skinhead-Szene sich insgesamt nicht dem organisierten Rechtsextremismus dauerhaft zugeordnet haben. Durch zahlreiche Kontakte und "politische" Aktivitäten gegen "gemeinsame" Gegner haben sich jedoch bei vielen Skins rechtsextremistisches Gedankengut und entsprechende Vorurteile in ihren Köpfen verfestigt. Dieser überlappende Aktionsbereich der Skinheadszene und des organisierten Rechtsextremismus hatte die Funktion eines "Durchlauferhitzers" für spätere rechtsextremistische Grundeinstellungen sowie vereinzelt für rechtsextremistische Funktionärskarrieren.

Die Darstellung des hier näher geschilderten Teils der Skinhead-Bewegung zeigt, daß dieser wegen seiner Anbindung an die Neonazi-Szene sicherheitsgefährdende und gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Bestrebungen verfolgt, deren Beobachtung gesetzlicher Auftrag des Verfassungsschutzes ist (§ 3 Nds. Verfassungsschutzgesetz).

Die Ständige Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder hatte am 17. Oktober 1991 beschlossen, daß "Bund und Länder diejenigen Gruppierungen, die rechtsextremistische Verhaltensmuster zeigen, insbesondere die Skinhead-Szene, noch intensiver als bislang auch unter Einsatz der Mittel des Verfassungsschutzes" beobachten. Entsprechende Maßnahmen sind in Niedersachsen und in anderen Bundesländern durchgeführt worden.
Die Durchsuchungsaktionen vom 3. Februar 1993 waren ein Beispiel dafür. Als weiteres Beispiel ist die Aktion "Druckstock" am 15. Juli 1993 zu nennen. Mit dieser bundesweiten Aktion, die von der "Informationsgruppe zur Beobachtung und Bekämpfung rechtsextremistischer/terroristischer, insbesondere fremdenfeindlicher Gewaltakte" (IGR) initiiert wurde, hatten die Ermittlungsbehörden auf den in bestimmten Skinhead-Publikationen zum Ausdruck kommenden rechtsextremistischen, insbesondere neonazistischen Rassismus reagiert. Die Aktion stellte einen Beitrag dazu dar, rechtsextremistischen Medien entgegenzutreten.
Im Anschluß an die Aktionen war die Durchführung von Konzerten stark zurückgegangen. Inzwischen ist wieder ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen: So wurden bis Mitte November 1996 bereits 70 Konzerte in Deutschland (im gesamten Vorjahr: 33) sowie 15 Konzerte mit Beteiligung deutscher Skinhead-Bands und Skinheads im Ausland (im Vorjahr: 9) bekannt.

Ursächlich dafür dürfte auch das kommerzielle Interesse sein. Mit der Veranstaltung von Konzerten und der Vermarktung von CDs läßt sich in der Szene gut Geld verdienen.

Herausgeber:
Niedersächsisches Innenministerium
Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lavesallee 6, 30169 Hannover
Tel.: 0511/120-6044

Diese Broschüre darf, wie alle Broschüren der Landesregierung, nicht zur Wahlwerbung in Wahlkämpfen verwendet werden.

Gestaltung: Niedersächsisches Innenministerium

5. überarbeitete Auflage, März 1997

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Kommentare

avatar Meppen Hooligan
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MEppen Hooligans!!!!!!!
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avatar rude boy
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ECHTE Skinheads sind keine Nazis!!!
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avatar susi
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Meppen ist der geilste Verein der Welt!
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avatar FrankfurtHOOL
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Ich liebe den SV Meppen! Ich komme zwar aus Frankfurt aber der Sv Meppen hat einfach Kultstatus! Wahre Emotionen und echte Fans die aufs ganze gehen sieht man nur in meppen! Es lohnen sich besonders die Spiele gegen den Vfb Oldenburg!
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Aktualisiert ( Donnerstag, 04. Februar 2010 um 20:50 )
 

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